Migrantinnen in die Arbeitswelt (MiA) – Qualifizierungsprojekt für die kultursensible Pflege
Qualifizierungs- und Beschäftigungskonzept des Trägers Arbeiterwohlfahrt (AWO) Landesverband Berlin e.V., das im Rahmen der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft ‚QIA – Qualifizierung in Interkulturelle Arbeit ’  umgesetzt worden ist.
Weiterhin wurden bei der AWO Landesverband Berlin e.V. im Rahmen von QIA folgende Konzepte entwickelt und erprobt:
  • Ein Konzept zur Interkulturellen Öffnung der Altenpflege (Link zum Produkt-Steckbrief!)
  • Ein Konzept des Mentoring für Migrant/innen (Link zum Produkt-Steckbrief !)
Ansatz und Angebote des Teilprojekts Migrantinnen in die Arbeitswelt (MiA)

Immer mehr Migrantinnen und Migranten der ersten Generation in Deutschland und auch Deutsche selbst werden von Pflegeleistungen abhängig und die Altenpflegeeinrichtungen stehen vor der Herausforderung, den Anspruch sicher zu stellen. Entsprechend steigt der Bedarf insbesondere auch an interkulturell kompetenten Arbeitskräften.

Gleichzeitig sind gerade Frauen nicht-deutscher Herkunft überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen und suchen einen Zugang zum Arbeitsmarkt.

Hier setzte MiA mit der Qualifikation von Migrantinnen zu kultursensiblen Altenpflegehelferinnen an. In zwei EQUAL-Förderrunden wurden insgesamt 5 jeweils elfmonatige Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt. Diese gliederten sich in die folgenden durchlässigen Module:

Teil 1: „Basiskompetenzen für Pflege und Gesundheitsberufe“ mit den Inhalten Fachdeutsch für die Altenpflege, Einführung in das System der Altenhilfe und Interkulturelle Kompetenz / Kultursensible Pflege.
Teil 2: Qualifizierung zur kultursensiblen Pflegehelferin mit den Inhalten Erste-Hilfe-Kurs, für die spezifischen Bedarfe der Migrantinnen konzipierter Erweiterter Pflegebasiskurs (340 Stunden), Kochkurs Deutsche Gerichte, Vor- und Nachbereitung des Unterrichts und 2 jeweils 5wöchige Praktika in Einrichtungen der Altenpflege.
Teil 3: Strategien der Arbeitssuche mit den Inhalten Bewerbungstraining einschließlich der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, EDV-Kurs, Bewerbungsfotos und 5wöchigem Praktikum.

Flankierend wurde den Teilnehmerinnen Zeit der Qualifizierungsmaßnahme sozialpädagogische Betreuung angeboten.

Beispiele:

Von insgesamt 136 Teilnehmerinnen schlossen 127 die Qualifizierungsmaßnahme bei MiA erfolgreich ab. 44,1 % der Teilnehmerinnen haben im Anschluss eine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt und hier vorrangig in Pflegeheimen oder Sozialstationen gefunden. 6,9 % der Migrantinnen haben eine Tätigkeit auf dem zweiten Arbeitsmarkt aufgenommen und 9, 8 % einen Schulabschluss, eine Aus- oder eine Weiterbildung angeschlossen.
Arbeit in der Altenpflege erhielt ein Großteil der vermittelten Frauen über das vorher im Rahmen der Maßnahme absolvierte Praktikum. Darüber hinaus bewährte sich der gute Kontakt von MiA zu diversen Pflegeeinrichtungen dahingehend, dass das Projekt in einigen Fällen über freie Stellen informiert wurde und diese an arbeitssuchende Absolventinnen vermitteln konnte.
Viele der auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelten Teilnehmerinnen konnten ihre Arbeitsplätze bisher halten und einige nutzen die Möglichkeit, eine berufsbegleitende Ausbildung zur Altenpflegerin zu absolvieren.
Von großer Bedeutung für die Vermeidung von Abbrüchen, aber auch für die Vermittlungserfolge war die passgenaue Auswahl motivierter Teilnehmerinnen.
Während der Qualifizierungsmaßnahme war die jeweilige Lebenssituation der Teilnehmerinnen in Hinblick auf ihre Qualifizierungs- und Beschäftigungsfähigkeit stets im Blickfeld der Projektmitarbeiterinnen. Durch eine intensive sozialpädagogische Betreuung konnten Krisen frühzeitig aufgefangen werden.
Mit dem kontinuierlichen Einbezug der Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und einem flexiblen Curriculum wurde eine Anpassung der Maßnahmeinhalte an die Bedürfnisse der jeweiligen Gruppe gewährleistet. Einzelnen Teilnehmerinnen kam, soweit nötig und möglich, gezielte Förderung zuteil.
Durch den durch migrantenspezifische Inhalte erweiterten Pflegekurs zuzüglich umfangreichen Praxisphasen wurde – wie von Praktikums- und Arbeitgebern häufig bestätigt – eine qualitativ hochwertige Ausbildung erreicht. Insbesondere die sorgfältige Auswahl der Praktikumsplätze für und nicht durch die Teilnehmerinnen selbst und die intensive Betreuung in den Praxisphasen hat sich bewährt.

Als zielführend für die Vermittlungsquote hat es sich erwiesen, durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit möglichst umfangreiche Kontakte zu potenziellen Praktikums- und Arbeitgebern herzustellen.

Expertise:

Träger: Arbeiterwohlfahrt Landesverband Berlin e.V.,
Blücherstr. 62
10961 Berlin
Kontakt für Nachfragen zum Projekt:
Corinna Wiesner-Rau
(ehemalige Projektleitung MiA), jetzt AWO Landesverband Berlin e.V., Fachstelle für Integration & Migration Neukölln
Tel.: 030 / 623 10 68
Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.


Perspektiven:

Leider konnte MiA nach Abschluss von EQUAL bisher nicht in eine Regelfinanzierung überführt werden.
Weitere Informationen zum Projekt erhalten sie bei Bedarf durch die Dokumentation „Migrantinnen in die Arbeitswelt: Ein Qualifizierungsprojekt für die kultursensible Pflege“, die über die Kontaktadresse angefordert werden kann.

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