Gute Praxis vorstellen

 
 

Gute Arbeit

Joboption Berlin – Warum Minijob? Mach mehr draus!

Ziel des Projektes Joboption Berlin ist die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Neben der Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit für die Folgen und Risiken geringfügiger Beschäftigung und die Potentiale geringfügig Beschäftigter für den Fachkräftebedarf mit Hilfe von Öffentlichkeitsarbeit, pflegt das Team von Joboption Berlin bezirkliche Netzwerke zur Förderung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Darüber hinaus werden Berliner Branchen in den Blick genommen, um die Strukturen und Ursachen für die Entstehung prekär-atypischer Beschäftigung zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für die Politik zu entwickeln.


Aktuelle Publikationen von Joboption Berlin:
Hier gibt es Broschüren, Flyer und Expertisen, die auch als Printversion bestellt werden können: https://www.minijob-machmehrdraus.de/publikationen/

siehe auch: Branchenreport Gebäudereinigung von Joboption Berlin mit Einblicken in die Arbeitsverhältnisse der Branche in Berlin und Argumenten für die tageszeitliche Reinigung.


Joboption Berlin wird aus Mitteln der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gefördert.

Ziel des Projektes Joboption Berlin ist die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Neben der Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit für die Folgen und Risiken geringfügiger Beschäftigung und die Potentiale geringfügig Beschäftigter für den Fachkräftebedarf mit Hilfe von Öffentlichkeitsarbeit, pflegt das Team von Joboption Berlin bezirkliche Netzwerke zur Förderung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Darüber hinaus werden Berliner Branchen in den Blick genommen, um die Strukturen und Ursachen für die Entstehung prekär-atypischer Beschäftigung zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für die Politik zu entwickeln.


Aktuelle Publikationen von Joboption Berlin:
Hier gibt es Broschüren, Flyer und Expertisen, die auch als Printversion bestellt werden können: https://www.minijob-machmehrdraus.de/publikationen/

siehe auch: Branchenreport Gebäudereinigung von Joboption Berlin mit Einblicken in die Arbeitsverhältnisse der Branche in Berlin und Argumenten für die tageszeitliche Reinigung.


Joboption Berlin wird aus Mitteln der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gefördert.

Ausgangslage

Berlin als Dienstleistungsmetropole

In keiner anderen Stadt Deutschlands sind das Wirtschaftswachstum sowie das beschäftigungspolitische Potenzial im Dienstleistungsbereich so hoch wie in Berlin. Mit dem überproportionalen Wachstum des Tourismus[1] nimmt beispielsweise die Zahl von Beschäftigten in der Hotellerie, im Kongressgeschäft, in der Gastronomie, im Einzelhandel und im Reinigungsgewerbe zu.[2] In diesen Branchen erfordern ausgeweitete Service- und Öffnungszeiten eine hohe und wachsende Arbeitszeitflexibilität, sowohl in Bezug auf häufig wechselnde Arbeitszeiten als auch in Bezug auf die Lage der Arbeitszeit am Tage oder in der Nacht. Trotz des Beschäftigungswachstums ist der Anteil atypischer Beschäftigungsverhältnisse in diesen Branchen am höchsten und verdrängt Normalarbeitsverhältnisse.

  • 32,6 Prozent der 1,09 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Berliner Dienstleistungssektor arbeiteten Ende März 2014 in Teilzeit.
  • Die (absolute) Zahl der geringfügigen Beschäftigten stieg im Berliner Dienstleistungssektor zwischen 2008 und 2014 von 178.538 auf 197.862 Beschäftigte.
    Die Wachstumsrate der geringfügigen Beschäftigung liegt in Berlin mit 10,8 Prozent höher als bundesweit mit 8,2 Prozent.[3]

Geringfügige Beschäftigung, Teilzeitstellen, Leiharbeit sowie befristete Arbeitsverhältnisse sind in Berlin auf einem anhaltend hohen Niveau. Atypische Beschäftigung birgt ein hohes Prekaritäts-Risiko. Die Folgen sind geringe Einkommen, unzureichende soziale Absicherung, eine ungewisse Zukunft, fehlende soziale Teilhabe und Altersarmut.

Aber auch die Solo-Selbstständigkeit drängt in Beschäftigungsbereiche vor, die traditionell von abhängiger Erwerbsarbeit geprägt sind.[4] In Berlin ist der Anteil der Solo-Selbstständigen im Vergleich zum Bundesgebiet besonders hoch: 12,2 Prozent zu 6 Prozent. Und die Zahl der Neugründungen, vor allem im Bau und Dienstleistungsbereich, ist hier ebenfalls besonders hoch (insgesamt 2016 in Berlin 38.911 Neugründungen, zum Vergleich in Hamburg: 17.374). Hinzu kommt, dass geschätzte 80 Prozent der Neugründungen Einzelunternehmen sind.[5] Darüber hinaus ist Solo-Selbstständigkeit auch Bestandteil der neuen digitalen Erwerbsformen und erzeugt zusätzliche prekäre Beschäftigungsverhältnisse.

Prekär-atypisch Beschäftigte stehen eher am Rand der Belegschaft in Betrieben und auch am Rande der Arbeitswelt. Ihr beschäftigungspolitisches Potenzial bleibt ungenutzt und wird von Unternehmen leicht übersehen, auch wenn diese mit viel Aufwand nach Arbeits- und Fachkräften suchen. Ziel muss es daher sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Erschließung dieses Potenzials zur Fachkräftesicherung erleichtern, sowie Beschäftigungsverhältnisse fördern, die im Sinne guter Arbeit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sichern.

Besonders in Dienstleistungsbranchen, mit einem hohen Anteil von geringqualifizierten Beschäftigten, steigt der Arbeits- und Fachkräftemangel. Hier kann Sensibilisierung und Information zu guter Arbeit ansetzen, um den Betrieben den Wettbewerbsvorteil bei der Rekrutierung von Arbeitskräften nahe zu bringen. Es bedarf der Aufklärung zu den negativen Folgen von Minijobs und prekärer Beschäftigung für den Arbeitsmarkt, für die Beschäftigten, für die Wirtschaft und auch für die Gesellschaft. Prekär-atypische Beschäftigung sollte thematisiert werden - auch vor dem Hintergrund einer zunehmenden Prekarisierung durch steigende Flexibilitätsanforderungen, Fragmentierung von beruflicher Qualifikation und Entstehung neuer digital vermittelter prekärer Beschäftigungsformen.

Für einen nachhaltigen Ausbau und die Stärkung guter Arbeit als zentralen Beitrag zur Gewinnung von Arbeits- und Fachkräften in Berlin ist eine gemeinsame Verständigung und ein breites Netzwerk zentraler Akteurinnen und Akteure notwendig und die Herstellung einer medialen Aufmerksamkeit über Öffentlichkeitsarbeit, um die Betriebe der Wirtschaft zu erreichen und zu gewinnen.

Gute Arbeit ist im Mittelpunkt der politischen Diskussion auch im Zusammenhang des Berliner Dialogprozesses „Arbeit 4.0 - made in Berlin“ zu rücken. Eine breite Information und Sensibilisierung der wirtschafts-, arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitischen Akteur/innen ist fortzuführen und weitere zentrale Akteur/innen für eine aktive Mitwirkung sind zu gewinnen. 

[1] Gornig, M. (2012): Berliner Wirtschaft: Nach Teilung und Transformation auf Wachstumskurs? In: Zeitschrift für amtliche Statistik Berlin Brandenburg 4/2012, S.42 – 46.

[2] Statistik Berlin Brandenburg (2016): Umsatz und Beschäftigung im Gastgewerbe im Land Berlin 2015. Statistischer Bericht G IV 3 - j /15. Berlin.

[3] 17 Impulse für innovative Dienstleistungspolitik in der Metropolregion Berlin: http://www.dienstleistungsmetropole-berlin.de/de/17_impulse_1.html

[4] Weinhold, G. (2016): (Solo-)Selbstständigkeit: Was wir darüber wissen. In: Arbeit weiter denken. Werkheft 02. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Hrsg.). Berlin.

[5] Barthel, U., Göbel, J. Gringmuth-Dallmer, G. (2017): Gründerboom bringt fast nur Billigjobs. Beitrag in der Berliner Abendschau vom 12.10.2017.

Projektziele

  1. Breite Sensibilisierung für Risiken und Folgen prekär-atypischer Beschäftigung und Werben für das Potenzial prekär-atypischer Beschäftigter zur Gewinnung von Fachkräften.Arbeitsmarktpolitische Akteurinnen und Akteure in den Bezirken werden zu den Risiken prekär-atypischer Beschäftigung sensibilisiert und informiert. Es wird auf die betrieblichen Probleme aufmerksam gemacht, die in aller Regel mit prekär-atypischer Beschäftigung einhergehen: eine geringe Bindung der Beschäftigten an das Unternehmen, eine hohe Fluktuation, Wissensverlust, mangelnde Qualität der Arbeit etc. Dargestellt wird, wie im Gegenzug gute Arbeit für die Gewinnung von Fach- und Arbeitskräften zum Erfolg führen kann, die Personalbindung verstärkt und die Arbeitszufriedenheit und damit auch die Qualität der Arbeit gesteigert werden kann. Darüber hinaus werden diese Aspekte in die bezirklichen lokalen Unternehmenszusammenschlüsse, Interessengemeinschaften und Vereine getragen. Dort werden Workshops und Vorträge angeboten.
  1. Darstellung von strukturellen Entwicklungen des Arbeitsmarktes, die prekär-atypische Beschäftigung fördern.
    Am Beispiel der Berliner Hotel- und Gaststättenbranche werden Branchenstrukturen aufgezeigt, die prekär-atypische Beschäftigung fördern. Hierbei geht es um die Struktur der Branche, die Wettbewerbssituation der Unternehmen und deren Strategien, sich am Markt zu behaupten, die Arbeitsverhältnisse, die Flexibilitätsanforderungen, die Arbeitszeit und auch neue Entwicklungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung. Die Arbeitsergebnisse wurden im Report „Die Gemeinschaftsverpflegung in Berlin“ von 2017 veröffentlicht.
  2. Analyse und Beschreibung der Geschäftsmodelle der Gig Economy in Berlin, Darstellung der Auswirkungen auf Beschäftigung und Branchen.
    Darstellung der Folgen des Einsatzes digitaler Technologie in der Vermittlung von Dienstleistungen in verschiedenen Geschäftsmodellen und deren Folgen für Arbeitsverhältnisse und Arbeitsbedingungen der Erwerbstätigen mit besonderem Augenmerk auf die Ursachen prekär-atypischer Beschäftigung. Untersuchung der Auswirkungen auf traditionelle Dienstleistungsbranchen und die Entstehung von prekären Arbeitsverhältnissen.
    Erarbeitung möglicher Handlungsfelder zur Gestaltung fairer Arbeitsbeziehungen. Die Arbeitsergebnisse wurden in der Expertise „Der Job als Gig“ von 2017 veröffentlicht.
  3. Identifizierung von Branchen mit einem hohen Anteil von Solo-Selbstständigen und Darstellung der Auswirkungen für die selbstständigen Erwerbstätigen und die Branchen. Zur Präsentation der Ergebnisse und Erkenntnisse erfolgt eine zusammenfassende Darstellung in 2019.
  4. Initiierung einer Reflexion und Verabredung zentraler arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischer Akteurinnen und Akteure zur nachhaltigen Stärkung guter Arbeit in Berlin als zentralen Beitrag zur Gewinnung von Arbeits- und Fachkräften.Dazu wird ein Netzwerk aus Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Senatsverwaltungen, Gewerkschaften, Arbeitsagentur, Wirtschaftsförderung, IHK, HWK, Innungen und weitere Institutionen aufgebaut. Es werden zwei Workshops durchgeführt, um die gemeinsam zu verfolgenden Kriterien guter Arbeit herauszuarbeiten und mögliche gemeinsame Aktivitäten zu entwerfen. Mit einem Fachdialog startet die begleitende verstärkte Öffentlichkeitsarbeit „Fach- und Arbeitskräfte gehen dahin, wo es gute Arbeit gibt!“, die mit zwei Distributionsphasen geplant wird.

Projektmodule

Modul 1: Verstetigung sowie Erweiterung der bezirklichen Netzwerke: Sensibilisierung und Information

Modul 2: Strukturen atypischer prekärer Beschäftigungsformen am Beispiel der Hotel- und Gaststättenbranche aufzeigen

Modul 3: Darstellung von Geschäftsmodellen der Gig Economy, die prekäre Beschäftigung fördern

Modul 4: Identifikation der Solo-Selbstständigen in Berlin

Modul 5: Gute Arbeit in Berlin fördern – Fachkräfte gewinnen

Dazu begleitende Öffentlichkeitsarbeit.

Kooperationen

Strategische Partnerschaft: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

Doro Zinke, Vorsitzende des DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Ansprechpartner: Heiko Glawe, Regionsgeschäftsführer des DGB Region Berlin, Roghieh Ghorban, Organisationssekretärin

Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit

Ansprechpartnerin ist Ute Freimark, Leiterin des Stabs Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, sie ist Mitglied der Lenkungsgruppe

Vereinigung der Unternehmensverbände
in Berlin und Brandenburg e. V. (UVB)

Ansprechpartner ist Andreas Schulz Abteilungsleiter Tarifpolitik und Betriebliche Tarifanwendung, Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e. V.

Deutsche Rentenversicherung Region Berlin-Brandenburg

Ansprechpartner ist Christian Hoßbach, Stellvertretender Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg, und Dr. Stephan Fasshauer, Geschäftsführer der DRV

Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt Bezirk Berlin Brandenburg

Ansprechpartner Lars Dieckmann, Gewerkschaftssekretär

Berliner Gebäudereiniger-Innung

Ansprechpartner: Olaf Bande, Obermeister der Innung, Tanja Cuic-Koch, Pressesprecherin

Alle Berliner Jobcenter

Alle Beauftragten für Chancengleichheit

ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg / mediafon

Ansprechpartner ist Susanne Stumpenhusen, Vorsitzende ver.di Berlin Brandenburg, Gunter Haake, mediafon

Projektergebnisse

Hier gelangen Sie zum Ergebnisporträt des Projekts, in dem die nutzbaren Ergebnisse (Leitfäden, Handbücher, Online-Tools) sowie die Erkenntnisse und Empfehlungen der Projektträger aufgeführt werden.

Kontakt

Viveka Ansorge
Joboption Berlin
ArbeitGestalten GmbH

Albrechtstraße 11a, 10117 Berlin
Tel.: +49 30 280 320 8-74
Fax: +49 30 280 320 8-98
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sitz Berlin, Amtsgericht Berlin (Charlottenburg), HRB 172375
Geschäftsführerin: Elke Ahlhoff

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